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Eine Frage, die schwer auf der Seele lastet. Ich habe sie mir schon öfter gestellt, doch jetzt ist sie voll bei mir angekommen. Zeit sich ihr zu stellen und zu heilen. Doch, wie kam es eigentlich dazu? Der Auslöser war eher eine Nichtigkeit. Ich war schon immer etwas schusselig damit Fahrscheine zu kaufen. Ich wurde auch schon vorher beim Schwarzfahren erwischt, doch dieses Mal wurde ich von der Frau, die mich kontrolliert hatte, sehr ungut behandelt. Wie Abschaum. Und da war es. Das Gefühl wertlos und eine niedere Kreatur zu sein, die weder das Leben, noch seine Wunder oder Liebe verdient hat. Ich war sehr irritiert. Warum löst so ein Ereignis eine so tiefe Krise aus? Ich habe zunächst versucht mich mit logischer Argumentation zu beruhigen. Doch der Schmerz, die Scham und die Wut verschwanden nicht. Also, gab ich mich hin. Ich konnte nicht ahnen welche enorme Welle aus Selbsthass folgten würde. Ein Schmerz, der aus einer tiefen Schicht meines Seins empor strömte. Ich bekam Angst vor mir selbst. Angst mir etwas anzutun. Ich begann Alles aufzuschreiben. Jeden Gedanken, der in mir hochkam. Dann kamen Bilder aus frühster Kindheit. Dort hatte es begonnen. Solange hatte ich diesen gewaltigen Schmerz mit mir getragen. Doch obwohl diese gewaltige Kraft mich zerstören wollte, gab es da noch eine andere Kraft in mir, die leben wollte. Sie war wie ein leises Flüstern. Zart und doch stark. Sie begann Fragen zu stellen. Was kann ich aus dieser Situation lernen? Was ist das Geschenk dieses Schmerzes? Was braucht es um Frieden zu finden? Dann fiel mein Blick auf ein kleines schwarzes Buch, dass ich mir vor einiger Zeit gekauft, aber noch nicht gelesen hatte. Ich begann zu lesen. Ich fühlte mich zu Hause. Ich habe noch eine Weile überlegt, ob ich meine Geschichte teilen sollte. Ich habe Angst vor dem Urteil anderer. Doch der Gedanke, sie zu teilen, ließ mich nicht los. Also, schrieb ich sie auf. Auch, um auf diese Weise offen Danke zu sagen für das Leben, das mir geschenkt wurde.