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Ich kenne kein normales Leben. Und jetzt, nach 53 Jahren erkenne ich, dass ich so sehr darauf trainiert bin, Scheiße um mich zu haben, dass es unmöglich erscheint, zu einem ganz normalen Alltag zu kommen. Ich ziehe es an. Menschen mit Süchten, Finanziellen Sorgen, Arbeitsplatzproblemen, Krankheit und familiären Dramen. Das geht jetzt soweit, dass ich mich nicht mehr traue, mit anderen Kontakt aufzunehmen, weil ich mich als schädlich empfinde.
Um mein Haus zu halten, habe ich nach schlechten Erfahrungen wieder vermietet. An einen Mann, der mir sehr gefällt. Als er sich vorgestellt hatte, war er schön angezogen, hatte eine neue Arbeitsstelle angetreten und wollte die Wohnung sofort. Nach kurzer Zeit wurde klar, er hatte nicht nur Interesse an der Wohnung und ich hatte mich gefreut, weil aufgrund meines falschen Partnersensors war ich seit über einem Jahr bewusst allein geblieben und wollte doch so gerne jemanden an meiner Seite haben und wieder für jemand da sein.
Jetzt, ein dreiviertel Jahr später weiß ich, dass er viele Schulden hat, seine Kinder verhaltensauffällig sind und Probleme in der Schule haben. Er hat mich belogen und betrogen und kam dann zu mir, um sich Geld zu leihen. Letzthin hat er mir seinen ganzen Sumpf erzählt. Und ich wollte den Weg mit ihm gehen.
Aber er hat mich abgesägt. Wieder einmal wurde ich abgesägt. Wie schon so oft. Ich versage in der Auswahl meiner Partner.