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Ich werde den Moment nie vergessen, in dem ich die absolute Leere in mir gespürt habe.
Eingewickelt in eine Decke lag ich auf der Liege auf dem riesigen Balkon der Station. Trotz Sommer war es arschkalt. Das war der Sommer 2015, der Höhepunkt meiner Krise, das tiefste Tief, das Nichts. Die Station, das war die Station 5n einer psychosomatischen Klinik in München. Als ich meiner besten Freundin am Telefon sagte “Ich bin gerade in einer Klinik” fragte sie “Als Praktikantin?”, “Nein. Als Patientin”
Denn ich kapitulierte. Ich gab auf. Das Datum steht noch irgendwo geschrieben, es war Anfang März als ich alle Verantwortung abgab und sagte “Kümmert ihr euch bitte um mich. Ich will nicht mehr, ich kann nicht mehr. Und den Rest der Welt, den lass bitte draußen.” Ich wollte mir nicht das Leben nehmen, ich hatte nur einfach keine Kraft mehr. Ausatmen vor Erschöpfung. Mehr ging nicht. Und ich wollte wieder schlafen können. Seit meinem 14. Lebensjahr hatte ich Einschlafprobleme, lag abends Stunden lang wach. Ende 2014 spitzte sich das Ganze zu, ich konnte auch nicht mehr durchschlafen. Konnte mich nicht mehr richtig erholen, nichts mehr filtern. Alles ging in mich hinein und durch mich durch. Es gab keine Grenze mehr, ich konnte nicht stop oder nein sagen. Und wenn doch, dann wurde diese Grenze überschritten und ich…da war nichts. Da war kein Selbstwertgefühl, kein Respekt, keine Gewissheit in mir die klipp und klar hätte schreien können STOP!!! Überladen von Zwischenmenschlichkeiten und am Ende mit meinen Energieressourcen trat ich die 10-wöchige stationäre Behandlung an.
Weitere Symptome: depressive Verstimmungen, Angst- und Panikattacken. Ich selbst diagnostizierte eine Posttraumatische Belastungsstörung…Es war so viel. Es war eine-da reichen fast keine Worte-schwere Zeit.
Was ich sagen möchte, ich habe sie überlebt!
Und heute bin ich unerschütterlich.
Auch du hast diese Kraft!!
Denn in uns allen schlummert Leben, sei es noch so fern.
Da brennt ein Licht in dir