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2008 kam mein Sohn auf die Welt und zwar in unserem Wohnzimmer. Ein erhabenes Ritual war diese Geburt. Ein heiliger Moment. 2 Jahr und 8 Monate später habe ich seinen leblosen Körper auf die gleiche Stelle wo er zur Welt kam für eine Nacht hingelegt. Mit 14 Monaten Diagnose Nierentumor, sehr aggressiv, 8 Monate später wurden wir nach Hause entlassen, austherapiert. Mit Morphium gegen die Schmerzen und Angst davor, wie es werden wird… Und einem sehr weisen Kind, beinah magisch, ein Kind wie Meister Yoda, wir ließen uns führen und wurden geführt. Je mehr es dem sterben näher kam, desto mehr hatten wir es mit einer großen Seele in einem sehr kranken Körper zu tun. Jeden Tag kam ich an eine Grenze und stellte fest: hinter jeder Grenze wartet die nächste! Was mich trug: die Liebe, Hingabe und Demut. Die Kraft kam auch wenn ich fast täglich dachte ich packe es nicht, immer nach, weil ich in Hingabe war. Der Wunsch meines Sohnes war zu Hause zu sein. Da Metastasen den ganzen Körper in Beschlag nahmen, war es beängstigend, intensiv, schrecklich aber auch schön. Mit meinem Sohn verlor ich meine Leichtigkeit, meine Freude, das Mädchen in mir ist verschollen. Hatte mein Herz in Eis gelegt um die Schmerzen nicht so stark zu fühlen und nun hat es wohl taube Stellen bekommen. Ich akzeptiere es 6 Jahre später und hoffe, dass die verlorenen Anteile meiner Selbst wieder kommen. Es ist soweit, ich bin bereit. Jetzt bin ich mit Diagnose Burnout eingeholt worden, das weg laufen ist vorbei. Ich fühle, warte und geniesse beinah die Krise. Ich nehme mir Zeit. Heute in der Tafelrundenmeditation von Vait habe ich am Ende meinen Sohn eingeladen. Was ich danach schrieb: „Ich hatte mein eigenes Schicksal. Deine Unbeschwertheit, Dein Magisches Kind sind immer noch da. Ich bin meinen Weg gegangen. Ich liebe Dich. Hole die verlorenen Anteile wieder zurück. Gelegenheiten werden kommen. Du warst ganz groß bei mir, denke dran und sei wie du bist. Geduld.“ Alles geht ein mal vorüber. DANKE