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Ende Dezemeber 2016 auf sehr unschöne und schmerzliche Art meinen Job verloren. In den Jahren zuvor u.a. viele liebe z.T. sehr nahe stehenden Menschen durch Krankheit, Unfall, Tod, Trennung verloren. Mittlerweile 5 Klinikaufenthalte im psychiatrischen Kontext. Immer wieder Phasen der Depression, der Verzweiflung, des Nicht weiter wissens und könnens.
Im Herbst 2017 verkappter Suidzidversuch…
Es geht mir hier nicht in erster Linie um Lösungen. Es geht mir mehr um das, was mich immer noch hier sein und da sein lässt.
Da bleiben, stehen bleiben, nichts tun, nichts weghaben wollen, auf den Grund gehen, auf den Grund des Scheißhaufens, und mitten drin dort bleiben.
Mitten in der Bodenlosigkeit, Ausweglosigkeit, Ungewissheit, an dem Ort wo und wovor du Dich am meisten fürchtest…
Ja letztendlich geht es auch um die tiefe, authentische, radikale, existentielle Begegnung mit unserer Ur-Angst, die Begegnung mit unserem eigenen Sterben und Tod.
Da bleiben, immer wieder da bleiben. Nicht davon laufen, nicht negieren, verdrängen, verstäcken, übertünschen, kompensieren…, und wenn doch, liebevoll zurückkommen,
dem Selbsthass, der Selbstablehnung und dem ganzen Scheiß, mit Selbstmitgefühl begegnen… Im größten Schmerz das Herz offen halten, bis zum Rande des unaushaltbaren,
verletzbar, verwundbar bleiben, durch die tiefste Wunde, den tiefsten Schmerz der Verlassenheit gehen, dies ist der Geburtskanal für das Neue noch nicht wahrnehmbare…
Habe mir jetzt ein komplettes Jahr Zeit geschenkt…, bin in die Stille, in den Rückzug gegangen, bin der Scheiße, dem Scheißhaufen nicht entflohen…, anstatt Scheißhaufen, könnte ich auch Hölle sagen… Es braucht Zeit, Zeit, Zeit… und immer wieder annehmendes Selbstmitgefühl, selbst im größten Schmerz, in der größten Selbstablehnung, im größten Selbstekel, im größten Selbsthass…, selbst da in der dunkelsten Stunde, in der dunkelsten Nacht, kann ich auf wundersame Weise das ent-decken, was die Menschen Liebe nennen…!