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Ich hänge seit einigen Wochen in einer ungeklärten Job-Situation: Mitte Oktober habe ich erfahren, dass ich möglicherweise ab Januar nur noch eine halbe Stelle habe – womit mein Einkommen auf wenig mehr als den HartzIV-Satz sinken würde. Da ich noch Schulden abbezahle, wäre das wirtschaftlich ein ko. Hintergrund sind verschiedene rechtliche Auffassungen zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber – interessanterweise ist es der BR, der hier gegen mich arbeitet. Seit Wochen rotiere ich jetzt also und versuche Hilfe oder zumindest Auskünfte zu kriegen. Es gibt immer mal “Häppchen”, aber auch immer wieder werden mir Rückmeldungen versprochen, die dann nicht kommen. In diesem Gefühl von hängengelassen-sein wollte ich unbedingt etwas tun, um aus meinem Ohnmachtsempfinden herauszukommen und habe meinerseits eine Mail mit rechtlichen Erwägungen etc. an den BR geschrieben – in der naiven Hoffnung, eventuell noch Argumente für eine Änderung der Haltung des BR liefern zu können. Das ist nun leider völlig nach hinten losgegangen: der BR dreht das, was ich geschrieben habe, nun als Argument gegen das ganze Projekt, in dem ich da arbeite. Jetzt bin also nicht nur ich “bedroht”, sondern auch 5 KollegInnen… und das ausgelöst durch meine Mail. Personalchef und Bereichsleitung toben, meine Projektleitung ist noch erstaunlich gelassen – und ich fühle mich so “fucked up”, so scheiße wie lange nicht. Das schlimme ist: in dem Moment, wo ich erfuhr, wie die Mail nach hinten losgegangen ist, war mir schlagartig klar, was für einen Fehler ich da gemacht hatte. Ich hatte aus Angst und Enge heraus agiert, ohne Abstimmung mit anderen; ich habe auf einer Ebene argumentiert, von der ich ahnte, dass es um sie gar nicht geht; ich wollte schlau sein – und war dumm. Wie es mit meinem Job ab Januar weitergeht, ist mir schlagartig ziemlich egal – aber wenn der Job der KollegInnen jetzt ab Januar nicht weitergeht, weiß ich nicht, wie ich damit umgehen und wie ich mir das verzeihen soll.