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“Lebenskrise” heißt bei mir eher “Krisenleben”. Das hat bei mir schon früh begonnen und die letzte und längste meiner Krisen fordert mich bis jetzt.
Ich möchte gleich betonen: ich will keine aber auch wirklich KEINE meiner Krisen missen! Ohne sie wäre ich nicht die, die ich heute bin. Und ich habe mich selbst noch nie so sehr gemocht und geliebt wie jetzt. JA, auch als es mir vor Kurzem noch sehr schlecht ging : )

Nur kurz gefasst, was so in gut 34 Lebensjahre rein passt: in der Schule gemobbt, meine Eltern, zwei Großeltern und weitere Verwandte bereits begraben, meine Moralvorstellungen auch, einen blöd platzierten Tumor überlebt, mehrere Jahre am Hungertuch genagt, Identitäts- und Sinnkrise überstanden (wobei ich mich in letzterer FÜR das Leben und noch ein glückliches dazu entschieden habe), never ending Beziehungskrise, mehrfacher Burnout und viele hartnäckige Krankheitsphasen. Und beruflich… naja, geht’s nach vielen Umwegen auch endlich langsam richtig los!

Ich hab echt nix ausgelassen. Und irgendwie freue ich mich sogar darüber. Denn jeder verdammte Sch…haufen hat mir eine wunderschöne prächtige Blume geschenkt. Ich glaube heute an mich und an meine Träume und ich weiß, dass mein Weg nicht umsonst so steinig und verworren ist, denn ich möchte aufwachen und GANZ sein, erfahren was es bedeutet, BEDINGUNGSLOS ZU LIEBEN. Und ich weiß, dass jede meiner Krisen mich diesem Ziel schon etwas näher gebracht hat.
Der Abschied von meiner Mutter z.B. hat mich eines gelehrt: der Tod ist nichts Schlimmes. Er ist VOLLKOMMENER FRIEDEN. Meine Mutter hat es mir gezeigt mit ihrem wunderschönen friedlichen Antlitz…

Ich weiß nicht, woran ihr lieben Menschen gerade knabbert, aber ich möchte euch allen Mut machen: danach wird’s immer schöner, größer und besser: wenn man darin seine Chance erkennt und nutzt.

Lieber Veit, die Metapher vom Misthaufen hat mich durch dieses wundersame Jahr begleitet. Gerade wächst eine besondere Blume… und ich bin voller Vorfreude! : D