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Eine Beziehung, die eigentlich gut aufgeteilt sein sollte – zwei Kinder, die vom Vater (auf eigenen Wunsch) zu Hause betreut werden, und ich ging arbeiten. Doch irgendwie konnte er die Erfüllung in der Haus- und Kinderarbeit nicht finden, so dass auch die Hausarbeit abends noch von mir erledigt wurde. Und alles weitere dann nach und nach auch noch. Ich war am Ende meiner Kräfte. Und irgendwann habe ich die Reißleine gezogen und bin ausgezogen. Schweren Herzens wegen der Kinder, aber zu diesem Zeitpunkt, hatte ich eh schon nur noch schlechten Kontakt zu ihnen. Ich fühlte mich unfähig als Mutter und habe mich in die Arbeit gestürzt, um wenigstens so gut für sie sorgen zu können. Alles Geld ging an den Vater und die Kinder, für mich selbst blieb kaum etwas übrig.

Der Kontakt zu den Kindern wurde immer schwieriger, ich gab mir selbst die Schuld, dass ich als Mutter nicht tauge. Was ich nicht wusste, der Vater hatte angefangen zu trinken und mit den Kindern einen Pakt geschlossen: Wenn Ihr Mama davon erzählt, kommt das Jugendamt und bringt Euch ins Heim. Dass dies der Grund war, warum sie kein Zu- und Vertrauen zu mir hatten, wurde mir erst bewusst, als die Geschichte aufflog und die Kinder unter der Last zusammengebrochen sind. Mittlerweile lebt ihr Vater nicht mehr und wir haben uns in einem mühsamen Weg zusammengerauft und mittlerweile ein ganz tolles Verhältnis. Und geht es gut und wir sind wieder zu einer Familie zusammengewachsen. Wir alle werden noch lange Zeit an den Vorgängen zu tragen haben, aber es hat uns zusammengeschweißt und so ist diese so wichtige Pubertätsphase für uns alle viel leichter zu nehmen, da wir wissen: es geht noch viel schlimmer und das Schlimmste haben wir schon hinter uns.

Wir haben unendlich viel gelernt und die Zeit war fürchterlich schwer für uns alle, aber wenn man sich im Geist bewegt, dann geht es weiter und irgendwann immer auch wieder aufwärts. Ich bin auf gewisse Art sehr dankbar, dass ich dies so erfahren durfte.