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Ich sitze am Küchentisch, fünf Uhr morgens . Wie jeden Morgen bin ich seit vier Uhr wach. Nicht, weil ich aufstehen muss. Sondern weil ich wie jede Nacht mit Angst und Panik in der Brust aufgewacht bin aus einem apokalyptischen Alptraum.
Endzeitstimmung auf der Erde. Eine zerstörte Stadt, überall brennen kleine Feuer. Ich haste geduckt, durch die Trümmer, immer auf der Suche nach Deckung. Die Bedrohung ist überall und unsichtbar. Ich muss Nahrung suchen, trinkbares Wasser finden. Um die letzten und
um mich zu retten.
Bin ich noch zu retten? Ich fühle mich sehr alleine, hoffnungslos und bedroht.
Die langjährige Ehe am Ende, kein Job und die Selbständigkeit hat auch nicht den finanziellen Erfolg gebracht. Ich ziehe von einer großen Wohnung in ein winziges Apartment, das ich noch nicht habe. Wenn ich körperlich fit wäre, kein Problem. Aber Rückenschmerzen machen jede kleine Kiste fast untragbar.
Die Kinder erwachsen, gehen ihren eigenen Weg. Leise und laute Vorwürfe an die Mutter, es nicht richtig gemacht zu haben.
Ich feiere mich für mein Aufstehen, für mein Loslassen, für meinen Mut, für mein Ausprobieren und trotzdem weiter gehen. Denn diese abgrundtiefe, nebelige Hoffnungslosigkeit, die dich in den Strudel nach unten zieht, in die schwärzeste Nacht, wo nur der Tod Erlösung zu bringen scheint kenne ich auch.
Und ich stehe immer wieder auf, weil es Menschen, wie euch gibt. Seelen auf ihrem Weg. Weil es diese Freunde und Freundinnen gibt, die immer wieder kommen, egal wie negativ bin.
Akzeptieren, dass es vorbei ist, dass mein Leben vergänglich ist und Bäume nicht in dem Himmel wachsen. Und ich in letzter Konsequenz alles loslassen muss.
Das was bleibt, das was ewig sein soll, dieses Unbeschreibliche wo wir alle nach suchen und streben, das feiert jeden Tag. Weil aus der tiefsten Schwärze und Morast der schönste Lotus wächst.
In der Hoffnung, dass gleich die Sonne aufgeht und das Licht wieder kommt. In dem Glauben, dass die Liebe die Herzen verbindet. Namasté