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Im Frühling 2015 begann, was für mich schliesslich als Totalverlust enden sollte… Dazu muss man wissen, dass ich zeitlebens finanziell knapp dran war; als Alleinerziehende wusste ich oft nicht, wie ich Ende Monat meine Rechnungen zahlen sollte. Irgendwie reichte es glücklicherweise immer, und meine Kinder sind heute privat und beruflich erfolgreich. Als meine Mutter 2009 starb, hinterliess sie mir und meinen Brüdern ein Haus.
Zusammen mit meinem jüngsten Bruder wollte ich ein soziales Projekt auf die Beine stellen. Ich liess mir dazu von meinen Brüdern einen Teil meines Erbes auszahlen – und hatte finanziell endlich ein bisschen Luft. Und ich vertraute meinem Bruder – wie ich heute weiss: zu sehr. Entgegen unserer ursprünglichen Vereinbarung kaufte mein Bruder die Liegenschaft, worin wir das Projekt realisieren wollten, als seinen Alleinbesitz. Er brachte mich dazu, mein Geld auf ein gemeinsames Konto einzuzahlen. Mit meinem Geld baute er die Liegenschaft um.
Um es kurz zu machen: Mein Bruder trat mir in übergriffiger Weise körperlich zu nahe; er verweigerte mir jede Sicherheit für meine Investitionen; er wechselte die Schlösser der Liegenschaft aus, sodass ich keinen Zutritt mehr dazu hatte und habe. Mein Geld ist weg, verbaut in der Liegenschaft meines Bruders. Mein Projekt ist gescheitert. Und ich habe auch den Bruder verloren, den ich gekannt und geliebt hatte…

Vor kurzem wurde bei meinem Lebenspartner fortgeschrittener Blasenkrebs diagnostiziert … das brachte mich augenblicklich auf den Boden zurück! Zunächst waren wir beide nur geschockt. Unterdessen loten wir die verschiedenen Optionen aus und hoffen, die Behandlung schlage an! Er hat gute Ärzte, und so der Himmel (oder wer/was auch immer) will, mögen uns noch gute Zeiten miteinander vergönnt sein.

In dieser existenziellen Krise hat sich die Verzweiflung über den (nicht nur) finanziellen Verlust ziemlich relativiert. Was ist schon Geld, wenn’s ums Leben geht? Eben!