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Ich habe immer im Schulsystem ziemlich gut funktioniert – sämtliche Großeltern legen großen Wert auf Bildung + auch auf Erfolg in Bildung, also GUTE ZENSUREN. Es stand außer Frage, dass ich studiere. Ich hab auch nicht drüber gedacht, dass ich was anderes mache, ich wollte gerne studieren. Also Arabistik, ich wollte Dolmetscherin werden, Arabisch wollte ich eh lernen! Nach ewigen Semestern, nach denen ich ich mich jedes Mal gefragt habe, WAS habe ich in den letzten Monaten gelernt?, habe ich gewagt, mich zu fragen, ob ich denn weitermachen will? Nein! Gespräch mit den Eltern – okay, Studienabbruch.
Was nun? Nächstes Studium. Auch hier wieder – diesmal nach weniger Semestern – Juice total raus, keine Lust, kein Bild, was ich mache, warum ich das mache, wie ich das weitermachen kann. (Ganz zart den Gedanken gewagt ICH WILL TANZEN). Wieder Gespräch mit den Eltern, meiner Liebsten. Studienabbruch nr 2! Dann L A N G E – JA, ich will tanzen, aber ich bin schon zu alt, habe keine Erfahrung. Frust, Streit, Verzweiflung.
ABER: Ich bin so froh, dass ich meine Studien abgebrochen habe. Ja, manchmal hadere ich damit, dass ich so viel Zeit damit verbracht habe. Ja, manchmal hadere ich damit, dass ich keinen ordentlichen Studienabschluss habe. UND ich in so froh, dass ich mich getraut habe! Ich taste mich in das Neuland, das außerhalb eines ordentliches Bildungsweges liegt. Fucked up + kopp hoch, Chérie!