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Im Januar 2013 klingelte ich an der Tür meiner Familie. Hier stand ich. Mit 3 Koffern und Beuteln mit KleinKram, der schnell irgendwo reingestopft wurde. Nach vielen Jahren auf eigenen Füßen stehend, war das einer der furchtbarsten Augenblicke meines Lebens. Ich habe mich selten wieder so klein und schutzlos gefühlt. Ich hatte mich getrennt und so sehr mein Ex-Freund und ich auch versuchten in der gemeinsamen Wohnung klar zu kommen… Nach einem riesen Streit ging es einfach nicht mehr. Ich hatte mich entschieden meinen Weg zu gehen, auf dem er mich nicht begleiten wollte. Ich sah damals in seine Augen und dachte “Ok. Ich gehe, bleib du hier.” Ich wollte nicht, dass er raus muss, dass er alles neu kaufen muss… ich wollte ihn schützen. Und mich selbst – ich fühlte mich schuldig für die Qualen, die er litt. Und vergaß meine eigenen. Bis ich vor der Tür meiner Familie stand und klingelte. Ein riesen Welle fuck-u-Leben überrollte mich.
Die nächsten Monate waren hart. Familie immer um mich, Wohnung finden, neuer Job vor 3 Monaten begonnen (also noch mitten in der ich-muss-mich-beweisen-Phase), Schlafstörungen, Gespräche mit meinem Ex – und das schlimmste für mich: Ich hatte keine eigenen vier Wände, um mich zurückzuziehen. Mich wenigstens mal für 2-3 Tage abzuschotten, in einer Umgebung, die meine Höhle ist. Ich stand mitten im Leben und das Leben interessierte sich einen Scheiß dafür, dass gerade meine gesamte Welt zusammen bricht, mein Boden weg war. Der Schmerz war so abgrundtief. Ich fühlte mich unendlich schutzlos und ausgeliefert.
Es veränderte sich, als ich es einfach akzeptierte. ALLES. Den ganzen Schmerz, die ganze Angst vor dem was ist und kommt, die Schuld, den Scham, das Versagen… alles. Ich hatte keine Kraft und auch das war mega ok. Denn heute zurückblickend, habe ich genau das gelernt: Es ist ok. Es ist ok schwach zu sein, schuldig zu sein, traurig zu sein und… es geht vorbei. Das Gefühl, das dieses fucked-up bleibt ist nur eine Illusion. lovelife